Chronisches Kopfschmerz-Syndrom

Ihre Gesundheit ist unser Ziel

Chronische Kopfschmerzen sind eines der häufigsten Gesundheitsprobleme. 70% aller Menschen leiden irgendwann in ihrem Leben an Kopfschmerzen vom Spannungstyp. 15 % aller Menschen bekommen eine klassische Migräne, die sich deutlich vom Spannungs­kopf­schmerz unterscheidet.
Häufig sind außerdem Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen und Nackenkopfschmerzen aufgrund von Funktionsstörungen und/oder Verschleißerscheinungen an der Halswirbelsäule. Neben diesen häufigen Kopfschmerzformen gibt viele verschiedene seltene Kopfschmerzerkrankungen, die im Einzelfall vom ärztlichen Spezialisten abgeklärt werden müssen. Die verschiedenen Kopfschmerzen können auch nebeneinander vorkommen. Am häufigsten ist die Kombination von Spannungskopfschmerzen und Migräne.

Kopfschmerzen vom Spannungstyp

Dies ist die häufigste Kopfschmerzform überhaupt. Auslöser sind u.a. Stress und Wetterwechsel. Bei chronischen Spannungskopfschmerzen kann der Schmerz aber auch ohne erkennbaren Auslöser auftreten.
Typische Symptome sind ein beidseitiger, dumpfer, oft drückender oder ziehender Kopfschmerz, der in der Regel nicht zu Übelkeit oder Erbrechen führt.

Migräne

Bei Migräne sind typische Triggerfaktoren bekannt. Triggerfaktoren sind Einflüsse, die bei Veranlagung zu Migräne einen Anfall auslösen können, aber nicht müssen. Typische Triggerfaktoren sind z.B. Hormonschwankungen bei Frauen (Häufung von Migräneanfällen 2 Tage vor und während der Periode, Auftreten von Migräne nach Einnahme der „Pille“), Stress und Entlastungssituationen nach Stress („Wochenendmigräne“), Alkohol (besonders Rotwein), bestimmte Käsesorten, Südfrüchte, Änderung des Schlaf-Wachrhythmus (z.B. Ausschlafen am Wochenende), Flackerlicht, Aufenthalt in verqualmten Räumen usw.
Typische Symptome sind ein anfallsartiger, meist einseitiger pulsierender Kopfschmerz. Eine Migräne kann aber auch beidseitig auftreten. Hinzu kommen Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit. Bei einem Teil der Migränepatienten tritt vor dem Migräneanfall eine Aura auf. Symptome der Aura sind Sehstörungen mit „Flimmern vor den Augen“, „Kribbeln“ insbesondere um den Mund herum und an den Händen, in schweren Fällen sogar vorübergehende Sprachstörungen und Lähmungen.

Medikamenteninduzierter Kopfschmerz

Auch Medikamente können Kopfschmerzen auslösen. Besonders gefährlich sind dabei paradoxerweise gerade Kopfschmerztabletten. Diese Kopfschmerzform ist besonders schwer zu behandeln. Wenn Sie an mehr als 10 Tagen im Monat Kopfschmerztabletten einnehmen, haben Sie ein hohes Risiko, diese Kopfschmerzform zu entwickeln. Deswegen sollten Sie nie ohne Rücksprache bei einem erfahrenen Arzt über längere Zeit Kopfschmerztabletten einnehmen.

Nackenkopfschmerzen

Auch Funktionsstörungen oder Verschleißerscheinungen können zu einem Kopfschmerz führen, der in der Regel vom Nacken ausgeht, in den Hinterkopf zieht und häufig einseitig ist. Oft besteht eine Bewegungseinschränkung in der Halswirbelsäule, d.h., Sie können den Kopf schlechter drehen. Kopfdrehungen können auch schmerzauslösend sein.

Behandlung von chronischen Kopfschmerzsyndromen

Die medikamentöse Therapie von chronischen Spannungskopfschmerzen und Migräne sollte von einem erfahrenen Arzt überwacht werden. Zur Vermeidung von Gesundheitsschäden und einem medikamenteninduzierten Kopfschmerz sollten Sie vor jeder länger dauernden Medikamenteneinnahme Ihren behandelnden Arzt aufsuchen. Nur die gelegentliche Einnahme eines leichten, rezeptfreien Kopfschmerzmittels kann als Selbstmedikation durchgeführt werden.
Sehr wichtig sind bei Spannungskopfschmerzen und Migräne die nichtmedikamentösen Therapiemaßnahmen. Hierzu gehören insbesondere Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelentspannung nach Jakobson, Verhaltenstherapie zur Schmerz- und Stressbewältigung, auch Biofeedback und insbesondere ein körperliches Ausdauertraining. Ideal sind z.B. Walking oder Nordic Walking an frischer Luft, Fahrrad fahren, Schwimmen und vieles andere mehr. Eine unregelmäßige Lebensweise trägt ebenfalls zur Kopfschmerz­verstärkung bei und sollte vermieden werden. Akupunktur kann bei vielen Patienten die Häufigkeit von Kopfschmerzattacken vermindern.

Diese nichtmedikamentösen Behandlungsverfahren sind die wesentlichen Bestandteile der stationären Rehabilitation bei chronischen Kopfschmerzsyndromen. Im häuslichen Bereich ist es oft schwierig, eine ausreichende Behandlungsintensität zu erreichen.
Der medikamenteninduzierte Kopfschmerz ist sehr schwierig zu behandeln. Häufig ist ein Medikamentenentzug erforderlich, der in der Anfangsphase neben Entzugserscheinungen oft zu einer vorübergehenden Verstärkung der Kopfschmerzen führt. Deswegen ist oft eine stationäre Behandlung erforderlich.

Nackenkopfschmerzen behandelt man wie andere Wirbelsäulenleiden vor allem mit Krankengymnastik und anderen Anwendungen wie z.B. lokaler Wärme und Elektrotherapie. Wichtig zur Vorbeugung von Halswirbelsäulenleiden ist eine korrekte Haltung, insbesondere eine korrekte Sitzhaltung. Deswegen gehört eine Gang- und Haltungsschulung an der Rheumaklinik zu den Bausteinen der Halswirbelsäulenbehandlung. Bei Funktionsstörungen der Halswirbelsäule, sogenannten „Blockierungen“, kann manchmal eine ärztliche Chirotherapie sehr hilfreich sein. Auch eine therapeutische Lokalanästhesie oder Neuraltherapie kann die krankengymnastische Behandlung unterstützen.

Zusatzinformationen

Anschrift

Rheumaklinik Bad Wildungen der DRV Oldenburg-Bremen

Am Katzenstein 2 | 34537 Bad Wildungen
Tel. 05621 - 797 0 | Fax 05621 - 797 600

-----------------------------------------------------------

Akademische Lehrstätte der Fakultät für Medizin und Gesundheitswesen der Carl von Ossietzky
Universität Oldenburg (European Medical School)

Was mit Ihren Daten geschieht ...

Damit Ihre persönlichen Daten nicht in falsche Hände geraten, gibt es bei der Deutschen Rentenversicherung einen strengen Datenschutz. In unserem Faltblatt geben wir Ihnen Hinweise zum Sozialdatenschutz.

Faltblatt Datenschutz

Wir sind zertifiziert nach QMS-Reha

Die Rheumaklinik ist nach dem Qualitätsmanagementsystem QMS-Reha zertifiziert. Es erfordert die kontinuierliche und konsequente Weiterentwicklung der Qualität Ihrer persönlichen Rehabilitationsmaßnahme.