Rheumatoide Arthritis

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Was ist die rheumatoide Arthritis?
Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische, oft in Schüben verlaufende Erkrankung der Gelenke, die unbehandelt meist zu zerstörenden Veränderungen führt. Neben den hauptsächlich betroffenen Hand-/Fingergelenken und Fuß-/Zehengelenken können prinzipiell alle Gelenke des menschlichen Körpers betroffen sein. Zusätzlich kann es zu Sehnenscheidenentzündungen, Sehnenansatzbeschwerden, Rheumaknoten und auch zum Befall innerer Organe (z.B.Lunge) oder den Augen kommen.
Die rheumatoide Arthritis ist mit aktuell ca. 500.000 Betroffenen in der BRD keine seltene Erkrankung. Sie kann in jedem Lebensalter auftreten und ist bei Frauen etwa 3 mal häufiger als bei Männern.


Sind die Ursachen der Erkrankung bekannt?

Die Suche nach einer bestimmten Ursache für die rheumatoide Arthritis ist bis heute erfolglos geblieben. Die Häufung der Krankheit in Familien lässt eine erbliche Komponente vermuten. Inzwischen kennen und bestimmen wir auch Erbfaktoren (sog. HLA Typisierung), die eine Disposition für das Auftreten der Erkrankung anzeigen können. Aber auch zurückliegende Infektionskrankheiten werden über eine Triggerfunktion auf das Immunsystem als mögliche Ursache diskutiert. Besonders in den Focus der medizinischen Forschung ist hier in den letzten Jahren der Zusammenhang zwischen Zahnfleischentzündungen und der Entstehung der rheumatoiden Arthritis gelangt, wobei die Immunantwort auf einen bestimmten in der Mundhöhle vorkommenden Keim (Porphyromonas gingivalis) diskutiert wird. Zusammenfassend nimmt man heute an das ein sog. multifaktorielles Geschehen die Erkrankung zum Ausbruch bringt. Das bedeutet, dass das Zusammenwirken verschiedener Faktoren wie genetische Disposition, Umwelteinflüsse, Ernährungsgewohnheiten und verschieden körperliche Faktoren zusammen wirken.


Wie verläuft die Erkrankung?

Die Krankheit kann sehr unterschiedlich verlaufen. Manchmal beginnt sie mit einem fulminanten Schub, bei dem Hände, Finger und Füße angeschwollen, überwärmt und schmerzhaft sind. Meistens sind vor allem die Finger in den frühen Morgenstunden steif und unbeweglich. Es gibt aber auch schleichende und über Monate andauernde wechselnde Beschwerden, wodurch die Sicherung der Diagnose erschwert sein kann. Häufig bestehen zusätzlich uncharakteristische Beschwerden wie allgemeine Abgeschlagenheit, subfebrile Temperaturen oder wandernde Muskelschmerzen. Unbehandelt kommt es früher oder später zu zerstörenden Veränderungen am Gelenkknorpel und gelenknahen Knochen, die zu verminderter Belastbarkeit, Schmerzen und Einschränkung der Gelenkfunktion, später auch zu Deformierungen führen. An den Händen kann dies im schlimmsten Fall zu erheblicher Beeinträchtigung manueller Fähigkeiten führen, so dass bereits bei alltäglichen Tätigkeiten, wie Zähne putzen, Knöpfe auf und zu machen, Wasserflaschen aufschrauben u.Ä. Hilfsmittel oder fremde Hilfe benötigt wird. Aufgrund von Vorfußbeschwerden ist oft die Geh- und Stehbelastbarkeit eingeschränkt. Die meisten Rheumatiker benötigen frühzeitig eine geeignete Einlagenversorgung.

Welche anderen Komplikationen hat die Erkrankung?
Zum Teil entsteht bereits im jungen Erwachsenenalter eine Osteoporose. Diese erklärt man sich aus der schmerzbedingten verminderten körperlichen Aktivität der Patienten. Inzwischen weiß man aber, dass die Entzündungsaktivität im Körper selber auch die Osteoporoseentwicklung fördert. Hinzu kommen dann noch Nebenwirkungen der manchmal nötigen medikamentösen Therapie z.B. mit Cortisonpräparaten.
Eine häufig übersehene Komplikation der rA ist die sog. Cervikalarthritis. Hierbei kommt es zum entzündlich zerstörenden Befall der Gelenke zwischen den obersten beiden Halswirbelkörpern, was zu einer Instabilität und damit erhöhter Verletzungsgefahr des Rückenmarks z.B. bei einem Schleudertrauma führen kann. Da diese Komplikation nicht immer mit Halswirbelsäulenbeschwerden oder Kopfschmerzen einhergeht, sollten Patienten mit einem langjährigen, aktiven Verlauf hierüber informiert sein und regelmäßig rheumatologisch untersucht werden.
Durch eine Sehnenscheidenentzündung der Beugesehnen an der Hand kann ein Carpaltunnelsyndrom ausgelöst werden. Durch die suffiziente Unterdrückung der Krankheitsaktivität oder eine lokale Cortisoninjektion kann diese oft gut behandelt werden, so dass seltener als bei anderen Ursachen eine Operation des Karpaltunnels erforderlich wird.

Besonders im Kindesalter kann es zu einer Augenentzündung kommen, die ohne augenärztliche Mitbehandlung zu erheblicher Beeinträchtigung der Sehkraft führen kann. Aber auch im Erwachsenenalter sind neben der rheumatischen Augenentzündung Symptome wie eine ausgeprägte Augentrockenheit (Sicca-Symptomatik) möglich. Fast alle inneren Organe können von der rheumatoiden Arthritis mitbefallen werden.

Wie diagnostiziert man eine rheumatoide Arthritis?

Sollten bei ihnen die vorne beschriebenen Symptome aufgetreten sein, ist eine möglichst rasche Abklärung durch einen Rheumatolgen/in erforderlich. Studien haben gezeigt, dass die frühzeitige, effektive Behandlung innerhalb eines halben Jahres nach Beginn der ersten Symptome das Risiko eines Funktionsdefizits halbieren und die Chance auf eine Symptomfreiheit („Remission“) verdreifachen.
Nach Befragung und körperlicher Untersuchung wird Ihr Rheumatologe/in zunächst Laboruntersuchungen durchführen. Hier interessieren wir uns für die Entzündungsaktivität im Körper und bestimmte Rheumafaktoren wie z.B. die CCP-Antikörper. Röntgenaufnahmen der Hände und Füße und, je nach Befallsmuster, weiterer Gelenke werden zur Diagnosesicherung und zum Vergleich späterer Kontrollaufnahmen benötigt. So kann im Verlauf das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Zerstörungen am Knochen besser beurteilt werden.
Eine besonders sensitive Methode zur Darstellung von Entzündungsaktivität an den Gelenken ist die Gelenksonografie, die heute in der Rheumadiagnostik einen festen Platz eingenommen hat. Immer seltener wird bei speziellen Fragestellungen noch die Skelettszintigrafie durchgeführt, die zum Untersuchungszeitpunkt am gesamten Skelett Entzündungsherde darstellen kann. Allerdings ist diese mit radioaktiven Stoffen durchgeführte Untersuchung mit einer Strahlenbelastung verbunden. Bei Gelenkergüssen kann es erforderlich sein, eine Punktion durchzuführen. Dann kann man aus der gewonnen Gelenkflüssigkeit im Labor weitere wichtige Informationen über die Krankheit gewinnen (sog. Synoviaanalyse).

Wie behandelt man die rheumatoide Arthritis heute?

Die frühzeitige Unterbrechung der Entzündungsaktivität lasst sich nur mit Medikamenten erreichen (sog. Basistherapie). Die Anzahl der hierfür geeigneten Substanzen hat sich durch die Einführung der sog. Biologika seit der Jahrtausendwende deutlich erhöht. Inzwischen verfügen wir über so viele wirksame Medikamente mit teils unterschiedlichen Ansatzpunkten am Krankheitsgeschehen, dass wir bei zu geringem Ansprechen auf die Therapie oder beim Auftreten von Nebenwirkungen fast immer auf andere Präparate ausweichen können.
Da praktisch alle Basistherapeutika eine Anlaufzeit von mehreren Wochen bis zum Erreichen ihrer vollen Wirksamkeit haben, wird zu Beginn der Behandlung oft für eine begrenzte Zeit zusätzlich Cortison eingesetzt. Man nennt das Brückentherapie, weil die Cortisonbehandlung die Zeit bis zum Eintreten der vollen Wirksamkeit der Basismittel überbrücken hilft.
Neben den medikamentösen Verfahren ist das Erlernen von gelenkschützendem Verhalten, regelmäßige Hand- und Fußgymnastik, moderater Ausdauersport, eine angemessene Ernährung, balneophysikalische Anwendungen mit Wärme zur Auflockerung von verspannten Muskelgruppen oder Kälte zur Dämpfung von Entzündungen im Schub dringend erforderlich.
Besonders wichtig ist, dass der Patient durch gute Aufklärung zum eigenen Spezialisten seiner Krankheit wird. Dies kann nur durch ausführliche Gespräche und Schulungen erreicht werden.
Hierfür eignet sich besonders die Rehabilitationsmaßnahme in einer Fachklinik wie der Rheumaklinik Bad Wildungen, wo sie von einem Team von Spezialisten aus Rheumatologen, Physio- und Ergotherapeuten, Ernährungsberaterinnen, Sporttherapeuten und Psychologen beraten, geschult und behandelt werden.

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